15.12.2010: Video der Woche 44/07 - Streetboarder

In Skateparks, auf großen Plätzen und überall wo sich Skater und Inlinefahrer zu Hause fühlen, sind sie vereinzelt anzutreffen. Ihre Fahrweise ähnelt den Bewegungen einer Schlange und ihr Brett könnte ein in drei Stücke geteiltes Skateboard sein. Aber schnell lässt sich erkennen, diese Trendsportart hat ihren ganz eigenen Charakter.
Füße aufs Brett geschnallt und los geht es
Die Füße sind mit Schlaufen auf zwei beweglichen Plattformen befestigt, welche mit einem Verbindungsstück über zwei Gelenke verbunden sind.
Durch Ein- und Auswärtsdrehen der der Füße, schwingen der Arme gegen und mit der Bewegungsrichtung und dem richtigen Hüfteinsatz parallel zur Fußbewegung kommt man ohne Anlauf und Aufschwung in Fahrt.
Sogar bis zu beachtlichen Geschwindigkeiten von 40 km/h können erreicht werden.
Hört sich einfach an, stellt sich bei den ersten Versuchen aber als harte Bestandsprobe heraus. Man kommt zunächst gar nicht von der Stelle und die wilden Bewegungen der Füße sehen urkomisch aus.
Vielleicht ist das der Grund warum die Streetboarder ein noch so kleines Völkchen sind.
Dabei gibt es diese Exoten Sportart schon seit 1989.
Prototyp aus Rollschuh und Wasserrohr
Die Studenten James Fisher & Oliver McLeod-Smith aus Südafrika kamen auf die Idee, die kurvenförmigen Bewegungen eines Snowboards auf der Straße zu übertragen.
Mithilfe eines Rollschuhs, einer Tischtennisplatte als Fußplatte und einem Wasserrohr als Verbindungsstück, entstand das Streetboard, damals war es noch als Snakeboard bekannt.
Diesen Sommer war Hamburg Austragungsort der Streetboard-Weltmeisterschaft, welche nach Italien, Frankreich, Argentinien, USA, Polen und England, zum ersten Mal in Deutschland stattfand.
Rund 150 begeisterte Sportler aus aller Welt ließen es sich nicht nehmen bei diesem Event dabei zu sein.
Ob an der Halfpipe oder Miniramp gefahren wird, Slalom um Hütchen oder es einfach nur als Fortbewegungsmittel benutzt wird, das Streetboard bietet zahlreiche Varianten.
Und zwar für Extrem Sportler und Sonntagsfahrer.
Das Problem, dass diese Sportart nur in einigen großen Städten populär ist, in anderen aber kaum bekannt, kennt auch Dennis Zietlow, ein begeisterter Anhänger dieses Sports, der vor einem Jahr aus der Streetboard Hochburg Berlin nach Köln umzog und dort kaum Leute und Plätze findet um seinem Hobby nachzugehen.
Vielleicht wird sich das in Zukunft ändern, freut sich der 22jährige Streetboarder schon jetzt, da für 2008 ist ein großer Skatepark nahe des Jugendparks Köln in Planung ist, als Alternative zum Rollen auf der Domplatte.
Text: Anke Schilling