15.12.2010: Damendegen: Internationales A-Jugendturnier in Bonn

Beim internationalen Damendegenturnier der A-Jugendlichen in Bonn fehlte der Heidenheimerin Stephanie Kohel nur ein einziger Sieg zu einer Medaille.
Unter den 146 Teilnehmerinnen fanden sich neben den deutschen Degenfechterinnen vor allem A-Jugendliche Fechterinnen der am Rhein liegenden Nachbarländer ein, um das Bonner Qualifikationsturnier zu gewinnen. Für den HSB gingen zwölf Starterinnen auf die Planche, wobei Stephanie Kohel herausragte. Zum wiederholten Male erreichte sie in dieser Saison das Finale der besten Acht und hat nun berechtigte Chancen auf eine Nominierung zur Europameisterschaft Anfang März in Griechenland.
Nach überzeugenden Vorrunden wurde Stephanie Kohel für die Direktausscheidung als Sechstbeste gesetzt und bestätigte dies, indem sie den direkten Weg unter die besten Acht einschlug. Zunächst siegte sie mit 15:6 gegen Lorena Standke und mit 15:5 gegen Patricia Derr über zwei Kontrahentinnen aus Tauberbischofsheim. Nicht minder deutlich waren danach die Erfolge gegen Chiara Schmidt-Thomee aus Heidelberg (15:5) und gegen die ehemalige HSBlerin Kira Herchner (15:4), die seit dieser Saison wieder für ihren Heimatverein FC Krefeld startet.
Richtig gefordert wurde Kohel dann von der Französin Laetitia Raschid, gegen die sie aber letztlich mit 15:11 die Oberhand behielt. Damit stand sie im Viertelfinale, und hier erlebte sie gegen eine weitere Französin ein Match, dass sie so schnell nicht vergessen wird: Helene Ngom aus Gagny legte in einem äußerst hart umkämpften Gefecht ein 4:2 vor, das durch eine zweifelhafte Obmann-Entscheidung mit Straftreffer sogar zu einem 5:2-Vorsprung wurde. Stephanie Kohel schaffte es noch im ersten Drittel auszugleichen, konnte jedoch im weiteren Verlauf ihre Wut über die vermeintliche Ungerechtigkeit nie bändigen und verlor zusehends die Konzentration aufs Wesentliche. Am Ende des zweiten Drittels hieß es dann 5:8 und am Schluss 11:15, so dass die eigentlich bessere Fechterin eine unnötige Niederlage hinnehmen musste.
„Leider hat Stephanie ihre Emotionen nicht in den Griff bekommen, sonst wäre sie heute mit einer Medaille zurückkehrt“, erklärte Trainer Hans-Jürgen Hauch die Niederlage. Mit dem siebten Platz habe sie aber wertvollen Boden im Kampf um die EM-Tickets gut gemacht, auch wenn mit Florina Plachta aus Offenbach eine der Kontrahentinnen den Turniersieg ergatterte.
Weit vorne platzierte sich auch Kristin Werner, die in ihrem ersten Jahr als A-Jugendliche eine tolle Leistung ablieferte und 17. wurde. Nicht auszudenken, was möglich gewesen wäre, hätte Kristin gegen Hannah Piesch aus Tauberbischofsheim die enge 12:15-Niederlage vermieden. „Hätte, wenn und aber – was soll’s? Das und der 27. Platz von Frauke Gnaier waren eine tolle Leistung für diese jungen Mädchen“, lobt Trainer Hauch die beiden Nachwuchsfechterinnen und zeigt sich ebenfalls zufrieden mit Eliza Esser als 52. und Tanja Gmelin, die (nach Verletzung) 62. wurde.
In der zweiten Zwischenrunde schieden Chiara Esser (Platz 74) und Anna Hornischer (Platz 80) aus, in der ersten Judit Lestar (Platz 91), Melissa Buntz (Platz 96) und Chantal Lindemann (Platz 114). In der Vorrunde hingegen mussten Luca Merz und Deborah Starmüller passen.
Text: Pressemitteilung