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03.04.2007: Neuerungen

Schwere Zeiten für Segler

Der Zugang zum Wassersport könnte durch Reformen der Bundesregierung erschwert werden. Die Kennzeichnungspflicht für Yachten auf Seeschifffahrtsstraßen soll kommen, ebenso verschärfte Bedingungen im Führerscheinwesen.

Jetzt wird's ernst für den deutschen Segelsport. Die YACHT, Europas größtes Segelmagazin, berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe von schwer wiegenden Reformvorhaben. Eine kostenpflichtige Kennzeichnung, quasi ein Nummernschild fürs Boot, ist ebenso vorgesehen wie eine Beschränkung der Gültigkeit des Sportbootführerscheins See und weit reichende Ausrüstungsvorschriften. Damit würden nicht nur zusätzliche Geräte verlangt, etwa spezielle UKW-Funkanlagen, sondern gleichfalls die erforderlichen Lizenzen für deren Bedienung.

Der Anlass für diese Überlegungen ist überaus fragwürdig. Die Initiatoren in Bundesverkehrsministerium und Verbänden begründen die Maßnahmen mit Sicherheitsbedenken, obwohl die Unfallzahlen seit Jahren konstant niedrig liegen. Für einen Anstieg des Risikos beim Segeln gibt es keinerlei Indiz, geschweige denn einen Beleg. Ausgewiesene Branchenkenner verneinen unisono jeglichen Handlungsbedarf. Sogar die Versicherer, die Schadensfälle und Entwicklungen als Erste registrieren. Das bestätigte Jürgen Tracht,
Geschäftsführer beim Bundesverband Wassersportwirtschaft (BWVS), dem
Hamburger Magazin: "Wir haben ganz objektiv kein Sicherheitsproblem".

Gerhard Philipp Süß, Generalsekretär des Deutschen Segler-Verbands (DSV), erklärt in der YACHT, "die Thematik" befinde sich "in der Umsetzungs-, nicht in der Diskussionsphase." Eine entsprechende Antwort der Bundesregierung vom 14. März auf eine Kleine Anfrage der FDP bestätigt das.

Neben Kennzeichnungs- und Ausrüstungspflicht birgt die Reform des Führerscheinwesens besonderen Zündstoff. Nicht nur wird die Beschränkung der Gültigkeit des Sportbootführerscheins See "auf zu bestimmende Gewässer" erwogen, so die Bundesregierung auf die FDP-Anfrage. Darüber hinaus sind erhebliche Erweiterungen der Ausbildungsinhalte und eine Standardisierung der Prüfungsvorbereitung vorgesehen. Autodidaktisches Lernen etwa wäre dann nicht mehr möglich, die Kandidaten würden gezwungen, entsprechende Kurse zu belegen - und zu bezahlen.

 

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