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15.12.2010: Rugby-WM in Frankreich beginnt heute

Rugby-WM live im TV

Eines der größten Sportturniere der Welt - in den Favoriten-Ländern wie Neuseeland und Frankreich herrscht Ausnahmezustand: Rugby, bei uns Randsport ist längst professionell und gut vermarktet. Die WM dauert sechs! Wochen. In den ersten drei werden die Kleinen von den Großen verhauen. sportalis mit den Basics

Wer hätte das gedacht? Rugby ist eigentlich aus Frust beim Fußball heraus entstanden… So jedenfalls wird es überliefert. Damals im Jahre 1823 fand in dem gleichnamigen kleinen englischen Dörfchen ein Fußballspiel statt und als William Webb Ellis und seinem Team eine Niederlage bevorstand, schnappte er sich kurzer Hand den Ball, klemmte sich diesen unter den Arm und stürmte los und legte den Ball im gegnerischen Tor ab. Regeln spielten in diesem Moment keine Rolle. Mit dieser Kurzschlusshandlung „erfand“ der Schüler der Rugby School somit eine neue Sportart. Auch heute wird der verliehene Pokal bei der Weltmeisterschaft noch nach ihm benannt (William Webb Ellis Trophäe).

 

Das Spiel

Auge um Auge, Zahn um Zahn… Wer Angst vor Körperkontakt hat, der sollte sich lieber eine andere Sportart aussuchen, denn Rugby ist alles andere als ein kontaktloser Sport. Rugby ist ein schnelles Mannschaftsspiel, das verschiedene Elemente aus dem Fußball, Football und dem Handball vereint. Das besondere an Rugby ist, das es die einzige Ballsportart ist, in der es nicht erlaubt ist den Ball nach vorn zu passen. Raumgewinn kann man also nur durch Laufen erzielen oder indem man den ovalen Ball nach vorn mit dem Fuß kickt.

Die bekannteste Form des Rugby ist neben dem 7er Rugby das 15er Rugby. Dabei spielen zwei Mannschaften mit je fünfzehn Spielern (acht Stürmern, zwei Halbspielern, vier Dreiviertelspielern und dem Schlussmann) um den Sieg. Ziel ist es den Ball im gegnerischen Malfeld abzulegen (ähnlich dem Touchdown beim Football). Das erfolgreiche Ablegen des Balles nennt man Versuch und ein Versuch bringt dem Team fünf Punkte. Als Bonus für einen Versuch gibt es den so genannten Erhöhungstritt. Dabei wird der von dem Punkt aus, wo der Ball niedergelegt wurde, mit dem Fuß über die Quermalstange getreten. Bei einem erfolgreichen Tritt gibt es zwei weitere Punkte. Wenn ein Spieler aus dem laufenden Spiel heraus den Ball durch das Goal tritt (Sprungtritt) bekommt sein Team drei Punkte.

Das Spielfeld ist 68,40m breit und 100m lang. Am Ende des Spielfeldes befindet sich auf jeder Seite das so genannte Malfeld, in dem der Ball abgelegt wird. Dieses Malfeld ist weitere 23m lang. Zwischen dem normalen Spielfeld und dem Malfeld befindet sich das Mal. Das ist ein Tor (5,60m hoch/ 3m breit) ähnlich dem Football, wo sich auf zwei großen Stangen eine Querstange befindet.

Ein Spiel dauert 40 Minuten. Beim 7er Rugby dauert ein Spiel zwei mal sieben Minuten.

 

Die Regeln

 
Die Regeln im Rugby sind sehr komplex und anfangs sehr kompliziert. Vieles wird verständlicher, wenn man erst einmal angefangen hat und auf dem Feld steht. Als kleine Einleitung soll hier daher nur eine Auswahl der Regeln vorgestellt und erklärt werden. 

Um den Gegner zu stoppen, wird dieser getackelt. Im Rugby wird dieses Tackling als Tiefhalten bezeichnet. Dabei versucht der Spieler den Ballträger mit seinen Schultern zu attackieren und zu Fall zu bringen. Er umgreift mit beiden Armen den Gegner in Hüfthöhe und zwingt ihn so zu Boden. Dabei versuchen die Spieler der Verteidigung dem Gegner den Ball zu entreißen. Den Gegner auf eine andere Art zu stoppen, wie Beinstellen, Schlagen oder Halten am Hals, ist verboten.

Eine weitere ganz typische Spielsituation für das Rugby ist die Schildkröte, na ja zumindest sieht das Geschehen aus wie eine. Eigentlich heißt diese Situation Gedränge. Es gibt offene und angeordnete Gedränge. Letzteres wird bei kleineren Regelverstößen und unerlaubten Vorwärtsspielen des Balles durchgeführt. Dabei stehen sich meistens die acht Stürmer beider Mannschaften gegenüber. Der Ball wird zwischen beide Mannschaften geworfen und nun versuchen die Teams sich gegenseitig wegzuschieben und zu drängeln, um sich den Ball zu sichern und mit den Füßen nach hinten zu einem freien Spieler durch zu reichen.

Neben dem Gedränge symbolisiert auch die Gasse eine ganz typische Rugbysituation. Nach einem Ausball bilden mindestens zwei Spieler einer Mannschaft eine Gasse, die sich senkrecht zur Seitenlinie in Reihen aufstellen. Dabei kommt es oft vor, dass ein Spieler von den anderen in die Höhe gehoben wird, damit dieser eher als der Gegner an den Ball kommt.

Alle weiteren Regeln findet man auf der Seite des Deutschen Rugby Verbandes.

 

Die Verbreitung
 
Rugby ist in Deutschland noch nicht so populär. Ganz anders in anderen Ländern. Vor allem auf den britischen Inseln (England, Schottland, Wales, Irland, Nordirland) ist Rugby sehr beliebt. Aber auch am anderen Ende der Erde genießt Rugby einen sehr hohen Stellenwert. Australien und Neuseeland gehören zu den stärksten Rugbynationen der Welt. Der Kriegstanz der neuseeländischen Mannschaft ist weltbekannt und berüchtigt. Die „All Blacks“ führen den „Haka“, so wird der Kriegstanz der Maori genannt, immer vor ihren Spielen auf, um ihren Gegner einzuschüchtern und um Gemeinschaft zu symbolisieren. Darüber hinaus sind Südafrika und Frankreich berühmte Rugbynationen.

In Deutschland wird Rugby seit 1872 gespielt. In jenem Jahr nahm der heutige Heidelberger Ruderklub (früher Deutscher Flaggenklub) Rugby in sein Programm mit auf. Weitere Vereine folgten. Bis 1870 spielte man mit dem ovalen Ball bereits in Bremen, Frankfurt/Main, Dresden, Darmstadt, Karlsruhe und in Hannover. Hannover gehört heute mit Heidelberg und Berlin zu den deutschen Hochburgen im Rugbysport. In Deutschland begründet Rugby doch eher ein Schattendasein und gehört zu den ganz wenigen Nationen, in denen Rugby ein reiner Amateursport ist.

Der Deutsche Rugby-Verband wurde am 4. November 1900 in Kassel gegründet. Seit 1909

gibt es eine deutsche Rugby- Nationalmannschaft. Sie spielt momentan erfolgreich in der dritten von fünf Runden um die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Frankreich 2007. In der Weltrangliste belegen die Deutschen Rang 27. (Stand April 2006).

Heute gibt es im Deutschen Rugby Verband ca. 9000 Mitglieder in knapp 100 Vereinen.

 


Weblinks:

http://www.rugby-verband.de/cms 

http://www.rugby-journal.de

http://www.frauenrugby.de

http://www.freiburg-rugby.de/sites/rugby.html

http://www.rugby-koeln.de

http://www.allblacks.com

http://www.quad-rugby.de

http://www.unterwasserrugby.com

http://www.touchdeutschland.de

 

Text: Annika Ulrich

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