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09.02.2011: Tennis - Wissenschaftlich Studie

Macht lautes Stöhnen Gegner langsamer?

Monica Seles machte es als erste extrem. Inzwischen fallen einige Tennisprofis wie Maria Sharapova oder Rafael Nadal durch notorisches Stöhnen auf. Das bis zu 100 Dezibel laute Luftablassen lenkt den Gegner entscheidend ab behaupten amerikanische Wissenschaftler...

Die Forscher spielten 33 Studenten eine Serie von 384 Videoclips vor, bei denen Tennisspieler am Platz Bälle aufschlugen. Teils verliefen die Schläge ruhig, teils waren sie von einem kurzen Stöhngeräusch begleitet genau in dem Moment, in dem der Schläger den Ball traf. Die Versuchspersonen sollten auf einer Tastatur so schnell und präzise angeben, in welche Richtung der Ball geschlagen wurde. Das Ergebnis: Die Reaktionszeit verlangsamte sich bei gleichzeitigem Geräusch deutlich und die Fehlerquote stieg.

Wenn auch der Nachweis am Tennisplatz noch aussteht, glauben die Forscher auf Grundlage dieser ersten Studie an eine deutliche Beeinträchtigung der Motorik des Gegners durch das Stöhnen. "Durch die verzögerte Reaktion empfindet ein Tennisspieler den Gegner bei einem Ball, der mit 80 Stundenkilometern daherkommt, um 60 Zentimeter näher als in Wirklichkeit. Das erschwert das Erwidern der Bälle", berichtet Studienleiter Scott Sinnett. In manchen Fällen könne man beim Stöhnen von Schummeln sprechen. In weiteren Untersuchungen wird nun der Effekt bei fortgeschrittenen und professionellen Tennisspielern getestet.

Warum das Stöhnen so stört, erklärt die Sportpsychologin Eva Pfaff
"Profis müssen im Tennis nicht nur sehen, sondern auch hören, wie der Ball am Treffpunkt geschlagen wird. Daraus erhält man wichtige Infos, etwa über Spin und Geschwindigkeit", so die Ex-Tennisspielerin, die es in den 80er-Jahren zur Nummer 17 der Weltrangliste und zu 15 deutschen Meistertiteln geschafft hat. Wird diese Information durch einen lauten Gegner überlagert, muss sie kompensiert werden, was sich jedoch oft als schwierig herausstellt.

Originalstudie unter
http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0013148

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