09.02.2011: Rund 80.000 Stunden verbringt der Mensch an seinem Arbeitsplatz

In Deutschland leiden mittlerweile fast die Hälfte aller Büroangestellten an Rücken- und Nackenschmerzen. Für diejenigen ist Ergonomie das Zauberwort, da die Schmerzen bei einem Großteil der Fälle auf falsche oder falsch eingestellte Stühle, den jeweiligen Schreibtisch oder auch auf unpraktische Monitor-Blickwinkel zurück zu führen sind. Ist das Büro obendrein dunkel und schlecht gelüftet, vergeht auch dem Eifrigsten der Spaß an der Arbeit. Genau das wollen Experten mit einer verbesserten Ergonomie am Arbeitsplatz vermeiden.
Der Begriff Ergonomie stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus den Worten „ergon“ („Arbeit“) und „nomos“ („Gesetz“) zusammen.
Die Lehre der Ergonomie verfolgt das Ziel, gezielt den einzelnen Arbeitsplatz sowie die Umgebung bestmöglich und vor allem individuell an die persönlichen Gegebenheiten anzupassen. Durch die Beachtung der Ergonomie am Arbeitsplatz soll das Wohlbefinden am Schreibtisch und die Arbeitsbedingungen im Büro ergonomisch verbessert werden.
Körperlichen Schäden, auch bei langfristiger Ausübung ihrer Tätigkeit, sollen auf diese Weise vermieden werden. Es handelt sich bei der Ergonomie um Themen wie: richtig sitzen, Sitzhaltung am PC, oder generell der Arbeitsplatzgestaltung. Wesentlich zum geistigen und körperlichen Wohlbefinden durch Ergonomie tragen Arbeits- und Betriebsklima bei. Ziel der Ergonomie ist es, die Arbeitsbedingungen und das Verhalten so zu gestalten, dass die Gesundheit nicht beeinträchtigt wird und durch einen ergonomischen Arbeitsplatz die Leistungsfähigkeit verbessert wird. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin definiert Ergonomie als Theorie, „die Prinzipien, Daten und Methoden auf die Gestaltung von Arbeitssystemen anwendet mit dem Ziel, das Wohlbefinden der Menschen und die Leistung des Gesamtsystems zu optimieren.“ Sprich, ein gesunder Mensch leistet mehr als ein kranker. Und dies ist durch Ergonomie zu erreichen. Dafür müssen aber die Interessen und Bedürfnisse des Einzelnen stets im Mittelpunkt stehen und ergonomischer realisiert werden.
Es gilt die Folgen eines schlecht ergonomischen Arbeitsplatzes möglichst zu vermeiden. Dafür gibt es gerade bezogen auf den Computerarbeitsplatz notwenige Regeln der Ergonomie die man einhalten sollte.
Eine positive, angenehme, ergonomische Arbeitsplatzgestaltung bezieht sich auf die Ergonomie des Arbeitsplatzes allgemein, die Ergonomie des Schreibtischs, die Ergonomie des Bildschirms, die Ergonomie der Tastatur, die Ergonomie des Schreibtischstuhls, das Licht und die grundsätzliche Arbeitsumgebung. Ergonomisch positiv beeinflusst werden, durch das richtige Sitzen am Arbeitsplatz bzw. die richtige Sitzhaltung und eine gute Arbeitsplatzgestaltung, insbesondere Rücken, Schultern, Arme, Beine, Handgelenke, Finger, Hals, Nacken und Augen.
Experten der Ergonomie empfehlen, dass Sie während längerer Arbeitsphasen am Computer nicht in einer starren Position verharren. Variieren Sie ihre Körperhaltung, um etwa Rückenschmerzen zu vermeiden. Durch eine schlechte Ergonomie am Arbeitsplatz können auch Beschwerden im Nacken oder in den Armen resultieren. Oftmals merkt man nicht, dass sich der eigene Körper nach und nach verspannt. Dabei kann man bereits mit wenigen ergonomischen Tricks den Beschwerden effektiv entgegenwirken.
Um Rückenschmerzen zu vermeiden sollte der Schreibtischstuhl den unteren Rückenbereich besonders stützen. Durch eine ergonomische Form kann man leichter eine natürliche und angenehme Körperhaltung einnehmen.
Bei den Beinen ist es sehr wichtig, dass diese ausreichend Beinfreiheit haben. Ergonomisch ist nichts unangenehmer als sich nur eingeschränkt bewegen zu können, wenn einem etwa das Ausstrecken der Beine nicht möglich ist. Wichtig bei der Ergonomie des Sitzens ist, dass Sie sicher stellen, dass Ihre Füße den Boden berühren. Drückt etwa die Sitzfläche des Schreibtischstuhles gegen die Rückseite Ihrer Knie, kann dies zu Durchblutungsstörungen führen und ist ergonomisch schlecht.
Fachmänner der Ergonomie ist es wichtig, dass Sie auf Ihre Kopfhaltung achten, um die Belastung für Hals, Nacken und Schulterpartie gering zu halten. Wenn Sie geradeaus sehen, sollten Sie den Monitor, ergonomisch sinnvoll, direkt, auf Augenhöhe vor sich zentriert, im Blickfeld haben.
Die ergonomisch richtige Platzierung der Tastatur und Maus befindet sich optimalerweise in einer Ebene mit Ihren Ellenbogen und Handflächen. Hierbei sollten Ihre Oberarme und Schultern stets locker sein. Bereits die Positionierung des Monitors rechts von der Tastatur ist ergonomisch nicht sinnvoll und bewirkt oftmals starke Rücken- und Nackenschmerzen.
Ein ergonomisch geeigneter Aufstellort Ihres Bildschirms sollte kein Fenster im Rücken des Benutzers haben. Durch diesen ergonomischen Tipp können ungünstige Lichtverhältnisse und Reflexionen verhindert werden. Entsprechend der Ergonomie ist auf eine gleichmäßige Beleuchtung des Raumes zu achten, um genau dies zu vermeiden.
Nach Regeln der Ergonomie gilt für den Monitor ein Sichtabstand von 50 bis 80 cm, wobei die oberste Bildschirmzeile leicht unterhalb der Sehachse liegen sollte. Ergonomisch ist es für Brillenträger quasi Pflicht eine geeignete Brille bei der Arbeit am Computer zu tragen.
Ergonomie des Arbeitsplatzes bedeutet auch, dass Sie Ihren Schreibtisch nicht mit unnötigen Gegenständen voll stellen. Ergonomisch betrachtet brauchen Sie Freiheiten für Ihre Bewegungsabläufe. Wichtig für einen ergonomischen Arbeitsplatz ist auch, dass Ihre Unterarme flach auf dem Schreibtisch aufliegen können. Auf diese Weise wird die Belastung gleichmäßig abgefangen und nicht nur auf die Handballen übertragen.
Grundsätzlicher ergonomischer Tipp: Machen Sie Pausen. Bewegen Sie sich so oft Sie können und variieren Sie Ihre Haltung. Verweilen Sie nicht zu lange in ein und derselben Sitzposition.
Zur optimalen, ergonomischen Ausrichtung ihres Arbeitsplatzes hat die AOK einige Tipps mit einer Skizze zur idealen Einrichtung und Ergonomie ihres Arbeitsplatzes auf der Seite www.aok.de veröffentlicht.
Text: Philipp Kummer